Die häufigsten Fehler

Die häufigsten Fehler

Der sogenannte Korridor, eine Trennwand zwischen Nistraum und Ausgang im Bienenstock, wird oft in Produkten und älteren Empfehlungen erwähnt.
Warum? Hummeln betrachten ihn als „Außenbereich“ und verrichten dort gerne ihren Kot, wodurch sie tote oder unterentwickelte Larven mitbringen. Der gesamte Korridor zieht Parasiten an, die sich dank seiner Höhe leicht verstecken können. Für den Imker ist dieser enge und dennoch hohe Raum schwer zugänglich. Reinigung, Inspektion und Reparaturen sind kompliziert und oft nicht vollständig durchführbar. Zudem verliert die Königin aufgrund der hohen Decke das Gefühl der Sicherheit im Korridor.

Ein Korridor mit einem Innendurchmesser von weniger als 25 mm. Manche Produkte haben sogar nur 14 mm.
Warum nicht? Es besteht die Gefahr einer vollständigen Verstopfung des Korridors durch Kot und tote Bienen. Wird dies nicht frühzeitig vom Bienenhalter erkannt und behoben, kann das Nest zusammenbrechen. Im Verlauf der vollen Kolonieentwicklung kann es zu einer Verstopfung im Gang kommen, was zur Erschöpfung der Arbeiterinnen und zum unnötigen Verlust von Königinnen führt. Diese verbleiben im Korridor und verschlimmern die Situation weiter. Es besteht die Gefahr, dass neue Königinnen und Männchen nicht rechtzeitig aus dem Korridor gelangen und es zu genetisch ungeeigneten Kreuzungen zwischen neugeborenen Königinnen und Männchen (Geschwistern usw.) im Bienenstock kommt.

Ungeeignetes Futtermaterial, ausgestopftes Futter, Nest mit wenig oder gar keinem Futter.

Die Auskleidung dient der Aufrechterhaltung des Mikroklimas im Nest. Fehlt sie oder werden die im Kapitel über die Auskleidung beschriebenen Prinzipien missachtet, ist das Nest in der Frühphase unmittelbar durch Unterkühlung bedroht. Die Königin stellt daraufhin die Nestpflege ein und verlässt das Nest schließlich nach einiger Zeit vollständig. In der Spätphase besteht die Gefahr der Überhitzung der Larven, Entwicklungsstörungen und des Todes der Hummeln im Stock. Die Auskleidung isoliert das Nest und trägt somit direkt zum Erhalt der Pheromonspur der Königin bei. Ohne sie tritt der kritische Punkt schneller ein, und das Nest altert und verschwindet rascher. 

Verwendung von Lehm, Sand, Hobelspänen und Sägemehl. Dieses Material wird in das Nest geschüttet. Verwendung von Papier, Gras und Heu. Alle hier genannten Materialien weisen kaum oder gar keine Isoliereigenschaften auf. Darüber hinaus führen sie häufig zu Nestverunreinigungen und begünstigen Schimmelbildung.

Die Verwendung von Pferdehaar, Hundehaar und ähnlichem Material ist problematisch. Nach dem Schneiden verhärtet es zu harten Stacheln und ist schädlich für Hummeln – wir haben es getestet. Im unbehandelten Zustand ist es zu lang, und es besteht die Gefahr, dass sich Hummeln darin verfangen. Ein weiterer Nachteil dieser Materialien ist, dass man mit dem Fell oft auch Motten und Insekten in den Bienenstock einschleppt, die sich von Haut- und Fellresten ernähren. Diese Tiere stellen zwar keine Gefahr für die Hummeln dar, aber die Nerven des Hummelhalters werden strapaziert – man steht dann vor der Frage, um welche Art von Parasiten oder Larve es sich handelt und ob es sich tatsächlich um einen Parasiten oder nur einen Mitbewohner im Bienenstock handelt

Die Verwendung von reiner Baumwolle – das sind einfach nur gefährliche Fasern. 

Verwendung synthetischer Materialien. Hummeln verarbeiten die Auskleidung. Diese Materialien können sie jedoch nicht verarbeiten und dies kann zu ihrem vorzeitigen Tod führen.

Ungeeignete Standorte wie sonnige oder zugige Plätze oder unzugängliche Stellen können zu einem ungünstigen Standort für Hummeln führen. Beachten Sie daher unsere Hinweise zur Standortwahl. Was im März wie ein sonniger und fast idealer Platz erscheint, kann sich in wenigen Monaten als regelrechter Backofen für Hummeln erweisen. Berücksichtigen Sie bei der Standortwahl auch zukünftige Entwicklungen wie Pflanzenwachstum und geplante Gartenarbeiten. Nach der Eingewöhnung kann der Standort des Bienenstocks während der Saison nicht mehr verändert werden, da die Hummeln sonst zu ihrem ursprünglichen Platz zurückkehren.